Kompakt News der KW 46

Alibaba: Digitalisierung realer Läden

Damit neue Anreize geschafft werden, die Kunden in reale Geschäfte zu locken, hat der chinesische Online-Händler Alibaba mithilfe eines kleinen Einzelhandel-Forschungsteams das System FashionAl entwickelt. Das Deep-Learning-System erkennt mittels Sensoren an der Kleidung, welche Kleidungsstücke mit in die Umkleidekabine genommen werden und zeigt auf einem Bildschirm dementsprechende Kombinations- und Stylingvorschläge und erstellt mögliche Outfits. Die Technologie wird für jedes Geschäft auf Basis der verfügbaren Bestände individualisiert. Mit der Digitalisierung des Einzelhandels steht der gesamten Branche eine grundlegende Veränderung bevor.

Herbsttagung des BKA: einheitliche Polizei-IT, Fingerabdrücke in Schengen und Polizei-Apps

Mit Nachdruck forderte BKA-Präsident Holger Münch auf der Herbsttagung des Bundeskriminalamts die Vereinheitlichung der Polizei-IT. Rechtliche Grundlagen müssten ebenso einheitlich gestaltet werden. Die Entscheidungsprozesse hingegen müssten in diesem Rahmen dezentralisiert werden, um die Ansprüche, welche die Digitalisierung stelle, angemessen bewältigen zu können. Auch die Gelder sollen dabei aus einem gemeinsamen Investitionsfond von Bund und Ländern stammen. So könne beispielsweise ebenso das Projekt Polizei 2020, das bereits letztes Jahr vorgestellt wurde, finanziert werden. Des Weiteren forderte Münch dieselben Möglichkeiten und Freiheiten für analoge und digitale Ermittlungen.

Zudem wurde auf der Herbsttagung angekündigt, dass Deutschland als erstes europäisches Land die deutsche Fingerabdruck-Datenbank in das Schengener Informationssystem SIS II einspeisen wird. Da europaweite Fahndungen bislang lediglich über Personennamen möglich waren, stelle die Möglichkeit zum europaweiten Abruf von Fingerabdrücken eine enorme Erleichterung dar.

Auch Augmented Reality könnte bald Einzug in den Arbeitsalltag der Polizei halten: Polizisten auf Streife sollen dabei in Echtzeit alle für sie relevanten Informationen aus ihrer unmittelbaren Umgebung auf den Smartphones einsehen können. Auch die Führungskräfte sollen so besser nachvollziehen können, wo sich die Einsatzkräfte befinden und Streifen besser koordinieren. ‚Real Time Crime Center‘ soll in Kürze bei der Hamburger Polizei in einem Testlauf zum Einsatz kommen.

Verhandlungen in Genf über ‚tödliche autonome Waffensysteme‘

Als ‚tödliche autonome Waffensysteme‘ oder ‚Killerroboter‘ sind jene Waffensysteme, die, nachdem sie einmal aktiviert wurden, keine weiteren menschlichen Befehle benötigen, um Ziele zu erfassen und angreifen zu können. Die Vereinten Nationen sahen sich nun mit der Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit fundamentalen rechtlichen, ethischen und sicherheitspolitischen Fragen konfrontiert und verhandelten darüber, ob ein potenzieller Einsatz überhaupt in Frage kommt. Obwohl sich bisher 21 Staaten der Forderung eines präventiven Verbots der Koalition verschiedener Nichtregierungsorganisationen angeschlossen haben, blieb der breite Konsens noch aus. Staaten wie China, die USA und Russland, die in der Entwicklung der autonomen Waffensysteme Erfolge erzielen, haben sich bislang nicht für die Regulierung dieser Systeme ausgesprochen. Um sich der Angelegenheit möglichst systematisch anzunähern, hat man nun Experten aus den Bereichen KI, Völkerrecht und Sicherheitspolitik eingeladen.