Deutsche Telekom trennt sich von Strato

Der Internetprovider United Internet AG, zu dessen Anbietern 1&1, web.de und GMX gehören, kauft der Deutschen Telekom die Hostingtochter Strato ab. Beide Konzerne einigten sich auf einen Kaufpreis von 600 Millionen Euro. Nach Vertragsabschluss würde somit ein deutscher Internet- und Hostingriese entstehen.

 

Das Bundeskartellamt muss noch zustimmen

Die Telekom verkauft ihr Tochterunternehmen Strato an den Mischkonzern United Internet. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass der Kauf im ersten Halbjahr 2017 über die Bühne gehen kann. Das Bundeskartellamt muss jedoch zuerst grünes Licht für den geplanten Anteilserwerb geben. In der ersten Phase soll ein Teilbetrag von 566 Millionen Euro in bar an die Telekom fließen. Die übrigen 34 Millionen Euro werden fällig, wenn bestimmte Performanceziele erfüllt wurden.

 

United Internet baut Marktführung aus

Mit dem Kauf von Strato baut United Internet eine marktrelevante Zukunftssparte aus, in der der Konzern schon lange Fuß gefasst hat. Durch die Übernahme entsteht ein wahrer Internetgigant, der mit seinem Tochterunternehmen 1&1 bereits im Hostinggeschäft etabliert ist. Der Teilkonzern mit Sitz im rheinland-pfälzischen Montabaur verwaltet zurzeit rund 20 Millionen Domains, und 500 Mitarbeiter betreuen etwa 2 Millionen Kundenverträge. Weitere Töchter im Portfolio sind unter anderem der Domainhoster united-domains, Fasthosts, Arsys und InternetX. Zum Übernahmepaket werden ebenso renommierte Unternehmen wie die E-Mail-Dienstleister GMX und web.de gehören. Durch den Zukauf von Strato entsteht nun ein big Player der Hostingbranche.

 

Umstrukturierungen bei der Deutschen Telekom

Die Telekom trennte sich bereits in der Vergangenheit von unlukrativen Tochterunternehmen, die nicht mehr zur Marktstrategie passten. Dazu zählten die Onlineplattform T-Online sowie das Internetanzeigenportal Scout24. Mittlerweile konzentriert sich der Konzern eher auf den Ausbau seines Fest- und Mobilfunknetzes.

Das Bonner Unternehmen konnte schon 2009 mit der Übernahme von Strato einen großen Fisch an Land ziehen. Damals legte der Konzern 275 Millionen Euro auf den Tisch. Der Weiterverkauf an United Internet spült der Telekom nun einen dicken Batzen von 600 Millionen Euro in die Kasse. Wirtschaftsanalysten betrachten die geplante Übernahme als einen äußerst lukrativen Schritt, der auch bei Anlegern gut ankam. Als die Transaktion im ausklingenden Jahr 2016 bekannt wurde, bescherten Sie dem Aktienkurs von United Internet einen satten Höhenflug.

 

Rosige Zukunftsaussichten?

Doch nicht nur die Übernahme ließ die Herzen der Anleger höher schlagen, auch die positiven Geschäftszahlen im vergangenen Jahr trugen dazu bei. Analysten gehen davon aus, dass die Zahl von bisher 800.000 Neuverträgen auf bis zu 960.000 ansteigen könnte. Der zu erwartende Gewinn wird sich im Rahmen zwischen 840 und 850 Millionen Euro bewegen. United Internet wird vermutlich langfristig von der Übernahme profitieren und seine Position am deutschen Hostingmarkt festigen.

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